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Bericht von der IdeenExpo 2013

23. August 2013: Auf Geht's

Unsere Jungforscher richten heute den Stand auf der IdeenExpo 2013 ein. Von links nach rechts:

Heinke Lickfett, Tim Ahrberg, Lukas Rangosch, Alexander Bernitt, Justin Habermann.

Hier zeigen sie sich in unserem Expo-Dress. Vielen Dank an die Firma Marquardt aus Schöningen, welche uns die schicken T-Shirts mit dem Logo des Gymnasiums gesponsort hat! 

Unsere Teilnehmer zeigen auf dem Bild selbst gebastelte Geräte, mit denen unsere Besucher eigene Akkubänder herstellen und ausprobieren können. Bei diesen Akkubändern handelt es sich um wiederaufladbare galvanische Zellen, welche beliebig oft über Carbonbänder hintereinander geschaltet werden können. Sie sind leicht zu produzieren und dank ihrer Beweglichkeit an jede Form anpassbar. Das war die Grundidee, welche wir den Vertretern des Expo-Gremiums vor einem Jahr präsentierten. Diese Idee wurde von den Veranstaltern als ausstellenswert befunden und so wurde unsere Schule als eine von 24 weiteren „Ideenfängern“ ausgewählt, diese Idee „im größten Klassenzimmer der Welt“ zu präsentieren.

Besucher finden uns, wenn sie den violetten Themenpfad entlang gehen. Unser Stand hat die Nummer ITS-05 und befindet sich in der Nähe des Standes der Autostadt.


23. August  2013 (Teil 2): Heute war der Aufbau!

Zuerst musste ein Parkplatz in Hallennähe gefunden werden.Leider waren schon vorher zahlreiche Aussteller auf die selbe Idee gekommen. So schoben wir uns in Schrittgeschwindigkeit und im Millimeterabstand an den Stoßstangen der den Parkraum blockierenden Sprinter und anderen Transportfahrzeuge vorbei bis wir dennoch einen Platz in der ersten Reihe fanden! 

Mit Hilfe zahlreicher Nachfragen fanden wir dann doch noch den Schalter, an dem wir unsere Messeausweise abholen konnten. Nun erfolgte der spannende Gang zu unserem Stand. Zuerst glaubten wir uns an der violetten Linie orientieren zu können, doch leider war noch der ganze Hallenboden mit Schutzfolie abgeklebt. Nachdem wir jedoch eine Flugzeugturbine passiert hatten, sahen wir schon die  Infosäule unseres Standes. Ungewöhnlich, im Vergleich zu den letzten Jahren, war die Tatsache, dass es zwischen den Ständen keine Wände mehr gibt. So blickt man nicht nur über die Nachbarstände, sondern auch gleich über die Stände der nächsten Reihen hinweg. 

Die Luft war nicht nur vom Geruch der Abdeckplanen erfüllt, sondern auch von den Schraub- und Bohrgeräuschen der anderen Stände. Wir holten unsere Kisten und begannen mit dem Aufbau unsrer Exponate. Kleinere Pannen, wie auf der Fahrt aufgegangene Lötstellen wurden von Justin gleich behoben. Um 18 Uhr gab es ein ordentliches Essen und mit der Bemerkung von Alex „ Jetzt hab' ich ein gutes Gefühl!“ gingen wir den 20-minütigen Fußweg  von der Halle zu unserem Hotel. Wir haben Zweimannzimmer mit Dusche und WC, Fernseher und Kühlschrank, und da nur unser Lehrer das Zimmer zum Bahnhof bekommen hat, können wir auch in Ruhe schlafen.


24. August 2013: Tag der Eröffnung

Nachdem wir ein gutes und umfangreiches Frühstück zu uns genommen hatten,  beschlossen wir den milden Spätsommermorgen mit einem Spaziergang zum Expogelände zu begrüßen. Unser Stand hatte sich inzwischen verändert: Statt einer schmutzig-grauen Abdeckfolie leuchtet uns nun ein rotvioletter Teppichboden entgegen. Auf dem Präsentationstisch war das bestellte Loch für die Kabelzuführungen gebohrt worden und selbst die beiden Papierkörbe hatten uns nun erreicht. Man fühlte buchstäblich die Ruhe vor dem Sturm. Ab neun Uhr sah man zunehmend Menschen ohne die obligatorischen Brustbaumel-Ausweise auf den Wegen zwischen den Ständen. Plötzlich tauchten zwei altbekannte Gesichter auf: Caro und Lisa, welche vor zwei Jahren für die Vorstellung des Akkubandes ihren 2.Platz bei Jugend-Forscht gemacht hatten, standen plötzlich vor unserem Stand und begutachteten neugierig unsere Ausstellungsexemplare.

Obwohl sich immer wieder vereinzelt Besucher in unserem Gang zeigten, schien doch das Desinteresse im Allgemeinen zu überwiegen. Doch das war ein Trugschluss: Alle Besucher mussten vorher an dem VW-Stand vorbei, der wie ein Riesenmagnet die Besuchermassen anzieht und den Besucherstrom am Vorbeifließen zu behindern scheint. Gegen 11 Uhr kamen immer größere Massen bei uns vorbei. Nachdem vor allem die Kleineren Kinder unsere Mitmachstationen entdeckt hatten, stellte sich langsam ein kontinuierlicher Besucherverkehr an unserem Stand ein. Väter und Mütter blieben jetzt stehen, warfen einen Blick auf die sich drehenden Propeller und begannen nun Fragen zu stellen, während die Kleinen neugierig zusahen, wie Gleichaltrige ihre Akkubänder bauten und ausprobierten. Gerade um die Mittagszeit wurden die Besuchermengen immer stärker und wir fragten uns, wie wir angesichts der fragenden und interessierten Massen überhaupt noch zum Mittagessen kommen sollten.

So gingen wir schichtweise zum Essen, während wir eine Ladung Carbonbänder nach der anderen schnitten, Diaphragmen wässerten und immer wieder neue Elektrolytschmiere anrührten. Teilweise baten uns sogar, Eltern, deren Kinder nicht sofort drankommen konnten, ihnen doch die nächsten Plätze zu reservieren!

Auch ältere Semester wurden jetzt neugierig und begannen nun, sich die Vorzüge unserer Expoidee erklären zu lassen.

Bis um 18 Uhr hatten wir immer 'Kundschaft' am Stand. Nach dem Abendessen gab's noch ein Konzert auf der Plaza. Die N-Joy Animateuren waren sehr bemüht das Publikum mit in die Show einzubeziehen, jedoch  merkte man, dass sie noch alle von den Strapazen des Tages im wahrsten Sinne des Wortes auf den Treppen durchhingen. Nach dem Fußmarsch nach Hause fielen wir hundemüde ins Bett.


25. August 2013 : Not macht erfinderisch!

Zuerst Frühstück, ausführlich mit Rührei uns Speck (außer Heinke), dann nach Verdauungsspaziergang zur Messehalle Dienstbeginn gegen 8.15 Uhr. Zuerst Wurde das Demoboard durch Anlöten von 6 Krokodilklemmen technisch verbessert. Dann merkten wir beim Anfertigen des Demobandes, dass die gestern angesetzte Elektrolytpaste nicht mehr unseren Anforderungen entsprach. Gegen 8.45 Uhr war dann der Stand wieder 'besuchersicher'. Bis 11Uhr wieder entspanntes Atmosphäre. Dann kamen die Kleinen mit ihren Müttern und Vätern und wollten ihr Akkuband basteln, damit die kleinen Autos über die Teststrecke rollen konnten.

Heinke wurde von einem kleinen Besserwisser (etwa 5. Klasse) genervt, der schon gestern sein Band gebastelt hatte und nun glaubte, das jeden Tag selbständig machen zu können. Gleichzeitig lief Ranga Yogeshwar an unserem Stand vorbei, allerdings  ohne Interesse an uns zu zeigen. (Er schien etwas gestresst zu sein, denn eine halbe Stunde später hatte er eine Show zu moderieren. Wegen des aktuellen Andrangs konnten wir allerdings nichts von dieser mitbekommen.)

Gegen Mittag wurde die zweite volle Carbonrolle angepackt. Heinkes kurzer Überschlag unserer Carbonvorräte ergab, dass wir vermutlich gegen Dienstag Mittag „pleite“ sein würden, da dann unsere Carbonvorräte am Ende wären. 

Daraufhin schlug Tim vor, die alten Bänder wieder zu regenerieren. Er fand in der kurzen Zeit sogar eine Methode heraus, wie man das schaffen könnte. Dennoch müssen wir inzwischen unsere Schülerexperimente soweit zurückfahren, dass nur noch wenige Originalbänder hergestellt werden dürfen. Der Rest muss mit wiederaufbereitetem Material auskommen. Ansonsten gab es viele neugierige Erwachsene, welche sich das Prinzip unseres Endlos-Akkubandes ausführlich erklären ließen.

Morgen erwarten wir die ersten Schulklassen, welche dann von eigenen Scouts durch die Hallen gescheucht werden. 

Das Essen ist immer noch hervorragend! Zwar können wir nur das Abendessen in Ruhe genießen, aber der anschließende Verdauungsspaziergang in der untergehenden Sonne zu unserem Hotel ist im Vergleich zum Standtrubel richtig erholsam!


26. August 2013: Heute kamen die ersten Schulklassen

Nach der Standöffnung und dem Einrichten der Messgeräte warteten wir auf den drohenden Ansturm. Statt des Sturms kam zuerst Herr Kluge, der schon ganz neugierig auf unseren Stand war. Er freute sich über unsere gute Resonanz, welche wir die letzten zwei Tage hatten.

Langsam schoben sich dann die geführten Schülermassen an den Ständen vorbei. Vorweg gingen ihnen sogenannte Scouts, welche den Schülergruppen einen Überblick über die Ausstellung vermittelten.

Nach dieser Phase kamen kleinere Einzelgruppen, welche entweder desinteressiert auf die sich drehenden Propeller unseres Demobandes blickten, oder interessiert nach Werbegeschenken Ausschau hielten. Im Vergleich zu den letzten beiden Tagen wollten nur verhältnismäßig Wenige von unserem  Angebot Gebrauch machen. Allerdings kamen sehr viele Lehrer, welche die genauen Rezepte wissen wollten, bzw. begierig auf das Basteln eines Bandes waren. Auch ein VIP von Avacon interessierte sich für unsere Technik. Erstaunlicherweise fanden viele Erwachsene unsere vorgestellte Idee sehr pfiffig. Sogar vom Cern besuchten uns zwei Physiker und luden uns begeistert zu sich ein, nachdem sie sogar ein Auto mit einem selbst gebastelten Band zum Fahren gebracht hatten. Beim Gang zum Mittagessen kamen wir an Rangas Wissenschafts-Show vorbei: Beim Vorbeigehen beobachteten wir, wie eine Wasserflasche in flüssigen Stickstoff getaucht wurde und dann unter lautem Knall explodierte. Etwa zur selben Zeit wurden die am Stand Zurückgebliebenen von der BZ für einen  Artikel interviewt, welcher für die Leser aus dem Einzugsbereich der Zeitung bestimmt ist.

Da sich nach 16 Uhr die Besucherzahl schlagartig zu lichten begann, nutzen wir diese Zeit, schichtweise auch andere Stände zu besuchen. Interessant fanden wir den 3D-Drucker des Laserzentrums Hannover. Die Wissenschaftler erklärten uns geduldig die Technologie, die aktuellen technischen Möglichkeiten und Schwierigkeiten, sowie die Forschungsansätze für zukünftige 3D-Drucker. Als Gastgeschenk bekamen wir einen in 3D gedruckten Tintenfisch. Wir stellten viele interessante Kontakte an weiteren Ständen her. Zwei von uns ließen sich sogar von einem Roboter zeichnen. 

Heinke meint, dass die Veranstaltung langsam an die Substanz geht: Jeden Tag werden die Beine und die Augenlider schwerer, wenn wir zum Hotel zurückgehen.


27. August 2013:  Der Andrang wird immer größer!

Von 10 Uhr bis ca. 15.30 Uhr war heute der größte Andrang. Dank der wieder aufbereiteten Kohlefaserbänder kamen wir mit dem heute vorgesehenen Kontingent aus. Insgesamt scheinen die Besucher heute wissbegieriger gewesen zu sein. Wir hatten auch Besucher aus den Niederlanden und aus England zu Gast. 

Herr Witt, welcher uns zusammen mit Herrn Wagener besuchte, war ganz begeistert von einer Vorrichtung am Stand des DLR-Schülerlabs, mit dessen Hilfe man die Luftströmungen um ein Fahrzeug herum sichtbar machen kann. Am liebsten hätte er diesen Windkanal gleich nachgebaut! In der Zwischenzeit fertigte Herr Wagener zusammen mit einer Schülerin ein exzellentes Akkuband an.

Ansonsten informierte sich Heinke bei der Tiermedizinischen Hochschule über Krankheitsübertragung vom Tier auf den Menschen und über die Möglichkeiten des Embryotansfers am Institut für Nutztierhaltung.

An einem der VW-Stände lernten wir Metallhydridspeicher für Wasserstoff und Probleme der Brennstoffzellenentwicklung beim Autobau kennen.

Die Siemens-Leute zeigten u.a einen Fahrsimulator für einen ICE und erläuterten die Konstruktion eines CT-Geräts.

Am Stand der Uni Göttingen und des Cern lernten wir etwas über Dunkle Materie und den Nachweis von Mesonen in einer Thermoskanne.

Die ökologischen Vorteile von LED-Lampen konnten mit Hilfe von Drehkurbeln und selbst erzeugtem Strom am eigenen Körper erfahren werden.

Auf dem Bild:

l.o.: Unser Stand, r.o.: Siemens-Mitmachstation

l.m.: ICE-Simulator, r.m.: Aurubis-Mitmachstation

u.m.: Aurubis-Gießstand, r.m.: Mesonen-Detektor (kosmische Strahlung)


28. August 2013: Bergfest!

Heute waren noch mehr Massen da als gestern. Beim Bergfest (da feiert man am Abend nach dem Schließen der Expo gemeinsam die Halbzeit der Veranstaltung,) teilte man uns mit, dass bereits 190 000 Besucher da gewesen seien. Morgen ist der maximale Ansturm vorhergesagt worden. Wir kamen spät zum Hotel, sind hundemüde und haben keine Lust, noch viel zu schreiben!


29. August 2013: Ansturm 

War gestern ständig ein ein deutlicher Geräuschpegel in der Luft, wurde letzterer heute zu einem ununterbrochenen Dröhnen. Schon ab 10 Uhr musste man nahe an seinen Gesprächspartner herangehen, um ihn überhaupt verstehen zu können. Der vertrauliche Plauschton, in dem wir uns gestern noch mit Herrn Wedler und Frau Zangenberg unterhalten konnten, war heute nicht mehr möglich.

Neugierige gab's wieder viele an unserem Stand, sogar drei Herren aus dem Reich der Mitte ließen sich geduldig auf Englisch die Funktion unserer Idee erklären. Wenn unser Englisch (oder das der Gäste) nicht zur Verständigung ausreichte, machten wir durch Einsatz sämtlicher Vorderextremitäten unseren Gästen den Rest in Zeichensprache klar. Am Nachmittag kam sogar ein junger Ingenieur aus der Batterieentwicklung von VW vorbei und begutachtete unser Akkusystem.

Kurz davor besuchte uns eine junge Reporterin, welche von unserem Projekt gehört hatte und das, was wir ihr demonstrierten 'ganz cool' fand. Sie schrieb sich detailliert unser Verfahren auf, ließ sich die Anfertigung eines Akkubandes aus 5 Zellen vorführen und freute sich über das Auto, welches, durch unser Band angetrieben, scheinbar mit unerschöpflichen Kräften ausgestattet, über unsere Teststrecke fuhr.

Da es gegen 16 Uhr wieder deutlich ruhiger wurde, gingen wir nun schichtweise auf Wanderschaft. Gegenüber der mobilen Mitmachschmiede der Meier-Werft (Papenburg) bestaunten wir eine funktionierende Miniaturpapierfabrik, welche kontinuierlich im Miniformat arbeitete und ausgehend von einer Zellulosefasersuspension das gewonnene Papier am Ende im Format einer Küchenrolle aufrollte.

Uns gegenüber befindet sich ein Stand der Uni Braunschweig, an dem ständig Filme in 3D laufen. Der Informatiker erklärte uns, wie man aus den Bildern, welche man nur mit einer Kamera aufgenommen hat, durch entsprechende Verrechnungsprozesse dennoch einen 3D-Film anfertigen kann. Das Ergebnis haben wir immer vor Augen (wenn wir ständig die Polarisationsbrillen auf den Nasen hätten).

Am Stand des Schüler-Labors von der DLR wurde uns erklärt, wie man durch den Einsatz von Piezokeramiken bei Propellern (oder Windrotoren) das Schlagen der Rotorblätter verhindert. Dadurch wird nicht nur die Luftströmung effektiver genutzt, sondern auch der Lauf der Rotorblätter nahezu geräuschlos.

Selbst in unserer unmittelbaren Umgebung entdecken wir immer noch Neues: So kann man zwei Stände weiter sein eigenes Wärmebild bestaunen oder an dessen Nachbarstand Techniken kennen lernen, mit deren Hilfe man nicht nur die Dicke der Methanhydrate über dem Meeresgrund, sondern auch noch den Verlauf der Erdschichten im Meeresboden erkunden kann. Faszinierendes kann man am Stand der Uni Hamburg sehen: Hier untersuchen Prozesschemiker das Mischungsverhalten von Flüssigkeiten bei chemischen Prozessen: Man kann hier die Verwirbelung von Flüssigkeiten verfolgen oder im Ultraschallfeld schwebende Wassertropfen mit einer Kamera verfolgen.

Die letzten zwei Stunden sind für uns die interessantesten: Hier erzählen einem die Wissenschaftler viele Details aus ihren Forschungsarbeiten und  die Vertreter von Firmen nehmen sich viel Zeit, ihre Produktpalette oder deren Produktionsverfahren zu erklären.

Voll bepackt mit viel neuem Wissen kamen wir dann gegen 19 Uhr (neuer Rekord!) wieder im Hotel an.

l.o.: Justin wird interviewt, r.o.: die morgentliche Informationsausgabe zum Tagesgeschehen

l.m.: die Mini-Papierfabrik, r.m.: die Plaza-Treppe gegen Mittag

l.u: Geschicklichkeitsfahren mit dem Trecker, r.u.: Tim und Lukas im Catering-Bereich


30. August 2013: Hoher Besuch

„Gymnasium Anna-Sophianeum, bitte zwischen 9.30 Uhr und 11.30 Uhr vollständig am Stand! Zu ihnen kommt die Bundesbildungsministerin Frau Prof. Wanka.“ So lautete die Ansage um 8.45 Uhr bei der täglichen Vorbesprechung. 

Nochmals wird alles durchgeprüft, ein wenig aufgeräumt und sortiert. Langsam beginnt die Lautstärke in der Halle anzuschwellen. Von der TV-Bühne auf der Plaza wummern leise die Bässe durch die Halle, rechts kommt vom Geoinformationszentrum immer wieder ein „Ping“ durch, welches stark an das eines Unterwassersonars erinnert. Links von uns zischt Pressluft, rechts von uns hört man bei den Metallern ein unregelmäßiges Hämmern und Klopfen. Immer mehr Besucher schlendern an unserem Stand vorbei. Man sieht, dass viela anfangs nur durchgehen um sich zu orientieren. Erst später kommen sie, um dann ein Akkuband zu bauen. Dank massiver Wiederaufbereitung der Bänder können wir heute wieder frisches Material benutzen. Plötzlich füllt sich der Stand mit lauter Lehrern, welche es sich, wie schon vorher viele ihrer Kollegen, nicht nehmen lassen, selbst ein solches Band zu bauen. Auf unsere erstaunte Nachfrage zur Ursache des Andrangs, sagt man uns, dass wir heute zum Tipp des Tages auf der IdeenExpo von der Hannoverschen Allgemeinen gewählt wurden. 

Gegen 11 Uhr kommt dann die Bundesbildungsministerin an unseren Stand. Lukas und Alex stehen gerade  in Alarmstellung am Demoboard. Nach dem  gegenseitigen Vorstellen erklärt Alex die Vorzüge unserer Entwicklung und zeigt diese an unserem Demoboard, welches in diesem Augenblick ohne zu mucken funktioniert. Ein Frage - Antwort – Gespräch geht mehrere Minuten hin und her und als die Ministerin gerade das Wesentliche erfasst hat und sie immer detaillierter nachfragt, beginnen einige Leute in ihrer Begleitung nervös auf die Uhr zu blicken und versuchten sie langsam abzudrängen. Nach etwa 8min verabschiedet sich die Ministerin, bedankt sich und verschwindet in dem sie umgebenden Pulk.

Danach lässt sich nochmals ein neuer Juror die Funktion unseres Bandes erklären. Er ist aber ziemlich kurz angebunden, so dass wir das Gefühl haben, dass er an der Sache nicht so ganz interessiert ist. Das Band am Demoboard ist unser absolutes Rekordband: Es funktionierte schon gestern und wir ließen es heute, ohne ein neues zu benutzen, am Demoboard. Selbst am Abend hat das Band noch nicht seinen Geist aufgegeben, dafür allerdings eines unserer Messgeräte, bei dem eine Sicherung durchgebrannt ist.

Am Abend ist Konzert auf der Plaza. ihm schließt sich ein Feuerwerk an.

Die Bundesbildungsministerin (Frau Prof. Wanka) lässt sich von Alex und Lukas das Akkuband erklären.

31. August 2013:  Eine Sache der Perspektive!

Wenn heute nicht Herr Schoo gekommen und uns Kaliumjodid mitgebracht hätte, wäre an unserem Stand gegen Mittag buchstäblich der Strom  ausgegangen. Im Zweistundenrhythmus mussten wir immer wieder neue Elektrolytlösungen ansetzen, da an unserem Stand ein permanenter Andrang herrschte. Wieder und wieder versicherten uns technisch Interessierte oder auf technischem Gebiet Tätige, dass sie unsere Idee herausragend fänden und erkundigten sich, ob wir das Verfahren schon zum Patent angemeldet hätten. 

Leider war die  Jury (bei einer sehr knappen Entscheidung) anderer Meinung und prämierte ein anderes Projekt. Ob sich dieses Projekt wirklich mit dem unseren messen kann, soll an dieser Stelle nicht diskutiert werden. Das Ergebnis dürfte wohl eher eine Folge des Blickwinkels beim Betrachter sein. Trotzdem unsere Gratulation an dieser Stelle!

Die Chemiker unter uns unterhielten sich mit einem Doktoranten der Uni Hamburg über seine Untersuchungen zur Dynamik von Mischungen, welche wiederum die Produktqualität bei der Bildung von Kunststoffgranulaten beeinflusst.  

Bei Johnson Controls (ehemals Varta) sahen wir den Aufschnitt eines modernen Lithium-Energiespeichers, wie er heute in Elektroautos eingesetzt wird. Verglichen mit der guten alten Blei-Batterie kommen solche hochmodernen Stromspeicher nicht ohne komplizierte prozessorgesteuerte Regelsysteme und eine zusätzliche Wasserkühlung aus. Angesichts der Komplexizität solcher Batteriesysteme erahnt man, dass der Weg zum reinen Elektroauto ohne weitere zentrale Erfindungen und Erkenntnisse noch ein sehr weiter sein dürfte.

Bei Volvo entdeckten wir drei verschiedene Stirling-Motoren. Auch hier kamen wir zu der Erkenntnis, dass damit nur bei wenigen Einsatzgebieten wirklich Energie im vernünftigen Maß gewonnen werden kann.

Am Ende sind wir alle etwas abgekämpft und warten nun zusammen mit Tausenden auf den Beginn des Abendkonzerts, das heute mit einem Feuerwerk beendet werden soll.

l.o.:  Nach dem Abendessen in der (fast) leeren Halle beim Warten auf das Konzert                  

r.o.: Die Showbühne am Abend 

l.u:  Abends vor der „Halle der Ideen“   

r.u.: Das Publikum auf der Plaza-Treppe


1. September 2013: Das Ende

Nach einem prächtigen Feuerwerk gestern Abend stehen wir das letzte Mal an unserem Stand. Trotz des deutlich kälteren Wetters sitzen viele Besucher vor der großen TV-Bühne auf der Plaza-Treppe und verfolgen die Show. Die kühle Luft treibt aber deutlich mehr Menschen in die Hallen  als an den zurückliegenden Tagen, denn an unserem Stand herrscht wieder ein großes  Gedränge.

Allen, welche von Anfang an dabei sind, sieht man die Müdigkeit an und jeder hat das Bestreben,sich zu setzen und einfach mal in Ruhe ein paar Minuten für sich alleine zu sein. Wie in Trance wendet man sich den Besuchern zu, spricht sie an, erklärt und demonstriert die Funktionen des Akkubandes. Heimlich wandert immer wieder der Blick zur Uhr: Noch ein paar Minuten zum Mittagessen... zum Kaffee... zum Ende. 

Morgen ist endlich wieder Schule!

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